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INFORMATIONEN ZU HOMOEOPATHY UND NATURHEILKUNDE
und
naturheilkundlich unterstützender Krebstherapie

von Dr. med. Johann Josef Kleber

 

 

SHIITAKE    LENTINULA  EDODES
von JJ Kleber Dez. 2010

BESCHAFFENHEIT: In China und Japan ist der Pilz seit ca. 1000 Jahren als schmackhafter Speisepilz bekannt und wir kultiviert. Pharmakologische Präparate bestehen auch teils aus dem pulverisierten Lentinula edodes Myzel (LEM), oder aus Lentinan als Reinsubstanz [3].
Inhaltsstoffe: Polysacharide vor allem das pharmakologisch wirksame Lentinan (ca. 0,14 mg Lentinan / g Shiitakepilz), Proteine, Fette, lösliche Fasern, Vitamine und Mineralien; Lentinula edodes Myzel ist besonders reich an Lentinan; Lentinan gibt es als gereinigtes pharmakologisches Präparat [3]

WIRKUNG: in klinischen Studien bei Krebspatienten zeigte sich unter Gabe von Lentinan-Präparaten i.m. oder i.v. 1-4 mg 1 mal pro Woche (oft bei gleichzeitiger Chemotheapie)  eine erhöhte die Zytokin-Exkretion (IL-2, Interferon-γ, TNF-α), eine Stimulierung von TH-1-Lymphozyten und NK-Zellen und eine Besserung Tumor- oder Chemotherapie bedingter Symptome [3,4]. Gewisse antibakterielle, antivirale, die Blättchenaggregation hemmende und das Cholesterin senkende Eigenschaften entsprechen den Pilzen Maitake und Ganoderma luzidum. Im Laborversuch zeigten sich antimykotische Wirkung (u.a. auf Candida albicans) [3].

KONTRAINDIKATIONEN: pharmazeutisch gereinigte Lentinan-Präparate sind wegen mangelnder Erfahrung in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert; bei Allergie auf Shiitake darf weder der Shiitake-Pilz noch ein daraus hergestelltes Präparat (auch kein Lentinan) eingenommen werden.

NEBENWIRKUNGEN: nach oraler wie i.v. Gabe von pharmazeutisch gereinigten Lentinan-Präparaten kam es in klinischen Studien sehr selten zu Leberenzymerhöhung, Thrombozytopenie, Eosinophilie, anaphylaktischen Schock [3]. Da der Shiitake Pilz seit Jahrhunderten als normales Nahrungsmittel in China und Japan verwandt wird, sind bei Essenszubereitung mit Shiitake-Pilz keine besonderen Regeln zu beachten, außer Pilzverzicht bei entsprechender Allergie (auch Shiitake-Dermatitis); gelegentlich treten wie bei allen Nahrungsmitteln und besonders Pilzen bei einzelnen Personen gastrointestinale Unverträglichkeiten  auf (Übelkeit, Sodbrennen, Durchfall, Blähungen) [3]. 

DOSIERUNG: wissenschaftlich begründete Dosisempfehlungen, sowie eine Methode der Standardisierung sind nicht bekannt.
Traditionelle Empfehlungen aus der asiatischen Küche und Medizin (TCM) werden genommen pro Tag 6-18g des getrockneten Pilzes (auch als Heißwasserextrakt aus dem Pilz), oder 6-8 frische Pilze (ca. 80-100g Frischpilz) [3,4]; für die Krebs- oder HIV-Therapie wurden spezielle  pharmazeutische Lentinan-Präparate  i.m. oder i.v. angewandt  in einer Dosis von 1-4-(10) mg 1 mal pro Woche [3].
Lentinan besitzt eine lange Verweildauer im Körper, so dass einige Shiitake-Mahlzeiten pro Woche wirksam genügen sollten [4].

BEURTEILUNG: wegen möglicher Nebenwirkung pharmakologisch reiner  Lentinan-Präparate und wegen der jahrhunderte alten Benutzung von Shiitake als Speisepilz, würde ich immer die Einnahme von Shiitake als Nahrungsbeilage einem pharmazeutischen Präparat oder einem Nahrungsergänzungsmittel vorziehen (alternativ ein selbstbereiteter Heißwasseraxtrakt aus getrockenten Shiitake-Pilzen, wenn diese geprüft sind auf Verunreinigung und Schimmelpilzbefall).

Da die 3 wesentlichen zur Krebstherapie empfohlenen Pilze (Shiitake, Maitake, Ganoderma lucidum) in klinischen Studien ähnliche immunstimulierende Eigenschaften haben, bei allen 3 Pilzen hervorgerufen durch vergleichbare Polysacharide und sogar Begleiteffekte wie Cholesterinsenkung, Blutdruckerniedrigung, Blättchenaggreagtionshemmung ähnlich sind, sollte  man die in Asien als Nahrungsmittel  über Jahrhunderte gut bekannten Pilze Shiitake und Maitake, dem nur medizinisch empfohlenen Ganoderma lucidum vorziehen. Außerdem sollte trotz schlechter enteraler Resorption von Lentinan die ungefährliche Pilzmahlzeit, oder allenfalls Heißwasserzubereitung, der Einnhame von Nahrungsergänzungs-Mittel oder gar pharmazeutischen Präpareten zu i.m. oder i.v. Gabe vorgezogen werden. Abwechselnder Einnahme von Shiitake und Maitake wird eher bessere Wirkungen zeigen. Wegen der vermuteter Weise langen Verweilzeit von zumindest Lentinan im menschlichen Körper müssten 2-4 Pilzmahlzeiten pro Woche ausreichend sein um eine dauerhafte Immunwirkung auf natürlichem Wege mit diesen Pilzen zu erzielen.

LITERATUR

1. Natural Standard: Ganoderma lucidum, Natural Standard Professional Monograph 2010; www.naturalstandard.com
2. Natural Standard: Maitake mushroom (Grifoli frondosa) Natural Standard Professional Monograph 2010; www.naturalstandard.com
3. Natural Standard: Shiitake (Lentinula edodes) Natural Standard Professional Monograph 2010; www.naturalstandard.com
4. Pfeifer B., Preiß J., Unger C.:
Onkologie integrativ. Elsevier Urban & Fischer, München 2006
5. Wikipedia: zu Ganoderma lucidum; http:/www.wikipedia.org/
6
. Kleber JJ: Naturheilkundliche Krebstherapie mit Schwerpunkt auf Homöopathie und orthomolekularer Medizin; Kai Kröger Verlag 2007