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DARMSANIERUNG MIKROBIOLOGISCHE THERAPIE von JJ Kleber
Die mikrobiologische Therapie (Darmsanierung, Symbioselenkung, probiotische Darm-Therapie) soll eine gesunde Darmflora erhalten oder wiederherstellen und dadurch die Darmschleimhaut schützen und das mit dem Darm assoziierte Immunsystem stabilisieren oder stimulieren. Die hierbei zugeführten Probiotika sind definiert als Mikroorganismen die nach oraler Zufuhr in genügender Anzahl in lebensfähig aktivem Zustand den Darm erreichen, und im Darm für die Gesundheit positive Effekte erzielen [6]. Oft sind diese Mikroorganismen in frementierten Milchprodukten enthalten (z. B. Lactobacillus acidophilus, L. rhamnosus, L. casei; Bifidobacterium bifidus), teilweise aber auch in Nahrungsmittelzusätzen oder pharamazeutischen Präparaten (z.B. Saccharomyces boulardii, Escherichia coli Stamm Nissle; Enterococcus faecium) [6, 13].
Gut untersuchte und wissenschaftlich belegte Gesundheitseffekte sind Vorbeugung und Milderung von etlichen bakteriellen und vor allem Antibiotika verursachten Durchfall- Erkrankungen. Unterstützend wirken Probiotika in der Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen und in der Krebsprävention durch Verminderung von schädlichen bakteriellen Stoffwechselprodukten, Wachstumshemmung etlicher pathogener Keime wie z.B. Helikobakter pylori, und Normalisierung von Stuhlkonstistenz und Darmpassagezeit. Zusätzlich wird erreicht ein positiver Einfluss auf die Körperabwehr und auf allergische Hauterkrankungen [6, 8,9,10,11].
Leichte chronische gastrointestinale Störungen können durch mikrobiologische Therapie behoben oder gebessert werden, leicht gebessert sogar die Beschwerden bei Laktoseintoleranz (z.B. durch enzymatisch aktives Sacharomyces boullardii). Aber bei stärkeren lange bestehenden Magen-Darm-Problemen ist aber vor allem eine spezielle gastroenterologische Diagnostik nötig zum Ausschluss von Tumoren, von chronischen Infektionen (Lamblien, Amöben, Syndrom der blinden Darmschlinge), von Unverträglichkeit gegenüber Nahrungszusatzstoffen (z.B. Glutamat, Konservierungsstoffe, Sulfit), von Nahrungsintoleranzen durch angeborene oder erworbene Enzymdefekte (z.B. Lactose-, Fruktose-, Sorbit- Intoleranz) und von Nahrungsmittel-Allergien (z.B. Gluten, andere Getreide, Soja, Milch, Ei, Nüsse, Fisch, Krustentiere u.s.w.) [14] (gute Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt).
Bei Nahrungsmittelunverträglichkeit (Enzymdefekte, Glutenunverträglichkeit) muss streng auf Vermeidung der unverträglichen Nahrungsanteile geachtet werden; liegen keine derartigen Unverträglichkeiten oder Nahrungs-Allergien vor, sollten die später geschilderten Prinzipien der darmfreundlichen Ernährung (u.a. Einnahme von Präbiotika) berücksichtigt werden, Diätfehler sind dann aber gut tolerabel. Bei den eher seltenen echten Lebensmittelallergien kann man bei anfänglich strikter Diät auf längere Sicht eine Besserung erwarten, vor allem wenn zusätzlich eine homöopathische Behandlung erfolgreich ist.
Der positive Effekt auf entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) [6, 7] beruht wohl teils auf der Verminderung pathogener Darmbakterien und der Wiederherstellung der gesunden Darmflora, teils auf einer immun- modulierenden Wirkung [7]; diese immunmodulierende Wirkung der mikrobiologischen Therapie ist die hauptsächliche Erklärung und Hoffnung auf die unterstützende Heilwirkung der probiotischen Therapien gegen Infektabwehrschwäche [9,10], Allergien []11, 12], Autoimmunerkrankungen und eventuell auch bei Krebs.
THERAPEUTISCHES VORGEHEN BEI DARMSANIERUNG
Vorbehandlung: Zu Beginn einer mikrobiologischen Therapie kann durch konzentrierte Einnahme von nicht pathogenen Hefen (Saccharomyces boulardii z.B. in Perenterol®) versucht werden vor einer Therapie allein mit Nahrungsmitteln mit probiotischen Kulturen eventuell vorhandene pathogene Keimflora möglichst stark zu vermindern. Diese Vorphase wird um so wichtiger und um so länger nötig sein (1-2 Wochen), je mehr Hinweise auf eine pathogene Darmbesiedelung vorliegen (vorrausgegangene Antibiotikatherapie, nach akuter oder bei chronischer Diarrhö, Abdominalprobleme nach Auslandsaufenthalt, ausgeprägte und sehr stinkende Blähungen, entzündliche Darmerkrankungen). Die Behandlung mit diesen probiotischen (nicht pathogenen) Hefepilzen kann gefahrlos längere Zeit durch- geführt werden (1 Monat oder mehr) und kann auch immer wieder zwischengeschaltet werden. Schon während dieser Vorbehandlung ist eine Ernährungsumstellung auf gemüsereiche und faserhaltige Kost hilfreich, und auch die Zufuhr von mehrmals täglich kleiner Menge milchsäurereicher Kost (Joghurt mit Bifidus- und Laktobakterien, Kefir, Brottrunk, Sauerkraut soweit verträglich); wichtig ist, dass nur Nahrungsmittel gegeben werden, die auch gut vertragen werden und dass bei Gabe von milchsäurehaltigen Nahrungsmitteln keine Laktat-Unverträglichkeit vorliegt (gegebenen Falls Spezialuntersuchungen beim hierin erfahrenen Gastroenterologen).
Darmschleimhaut schützende Ernährung: Zum Erzielen der gewünschten eubiotischen (darmfreundlichen) Keimflora gilt als Basistherapie eine Ernährung mit pflanzenreicher balaststoffreicher Kost; falls die Ernährungsweise total umgestellt werden muss, soll dies schrittweise erfolgen und zumindest zu Anfangs muss Gemüse wegen der Verträglichkeit gut gekocht werden. Rohkost und auch zu großer Anteil an Vollkornprodukten ist für viele Menschen nicht gut verträglich (Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen) und sollte nur langsam begonnen werden und bei bleibender Unverträglichkeit ist gut gekochtes Gemüse und blanchierter Salat genauso gesund (Nahrungsmittel-Supplemente ersetzen beim Kochvorgang zerstörte Vitamine). Bei der Gluten-Entheropathie sind Getreide-Vollkorn-Produkte höchst schädlich und absolut zu vermeiden, bei Fruktose-Intoleranz viele Obstsorten und bei anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten z.B. bestimmte manchmal alle Milchprodukte. Daher ist bei schon lange bestehenden schweren Verdauungsstörungen vor einer Diätumstellung eine gute Nahrungsmittel-Verträglichkeits-Untersuchung beim entsprechend ausgebildeten Gastroenterologen wichtig; niemals sollten Diätempfehlungen wegen ideologischer Voreingenommenheit (Rohkost, Trennkost, Obst u.s.w.) erzwungen werden, ohne die individuelle Reaktion des Patienten zu beobachten und zu beachten. Generell schädlich für die gesunde Darmflora und daher immer zu vermeiden (oder nur eingeschränkt zulässig) sind alle Produkte mit schnell spaltbaren Kohlehydraten (Zucker, Schokolade, Weißmehl-Backwahren wie Brötchen, Baguette, Kuchen); auch Fleisch und tierisches Fett sollte nur in Maßen genossen werden.
Eubiotische Darmflora aus Nahrungsmitteln: Liegt keine spezielle Unverträglichkeit vor, sind alle Produkte mit milchsäurebildenden Bakterien-Kulturen (Joghurt, Kefir, Brottrunk, Sauerkraut soweit verträglich) höchst willkommen, da die Milchsäure das Darmmilieu für pathogene Keime unverträglich ansäuert und für die Darmschleimhaut neben anderen kurzkettigen Fettsäuren als wichtige Energieträger dienen [13]. Diese natürliche Form der mikrobiologischen Therapie mit unterschiedlichen Joghurtprodukten mit jeweils unterschiedlichen Bakterienkulturen ist nach meiner Meinung solange pharmazeutischen Bakterienkulturen vorzuziehen, solange nicht besonders schwere Krankheitszustände nach speziellen pharmazeutischen Zubereitungen verlangen, oder der betroffene Patient eine Milchprodukte-Unverträglichkeit hat). Auf die Zufuhr unterschiedlicher Keim-Kulturen sollte geachtet werden, da in Untersuchungen verschiedene Probiotika unterschiedliche biologische Wirkungen zeigten [11, 12, 13].
Einige Beispiele von handelsüblichen Milchprodukten die für die Darmflora gesunde Milchsäurebildner enthalten: Aktimel (Lactobacillus casei defensis), Yakult (Lactobacillus casei shirota); Buttermilch und normaler Bio-Joghurt (meist Lactobacillus acidophilus und Bifidobakterium bifidum); Kefir (Lactobacillus acidophilus, teils zusätzlich L. bifidus + L. caucasicus, typischerweise zusätzlich die Hefe Sacharomyces kefir); andere darmgesunde kurzkettige Fettsäuren sind enthalten in Kombucha aus gezuckertem Tee (als Hefepilze Saccharomyces-Arten, als Bakterien Acetobacter-Arten). Nichts von diesen Produkten sollte im Übermaße genossen werden (vor allem nicht der essigsäurereiche Kombucha) und möglichst abwechslungsreiche Nahrungswahl erfreut nicht nur den Gaumen, sondern führt auch unterschiedliche Bakterienkulturen zu.
Eubiotische Darmflora aus mikrobiologischen Pharmaka-Präparaten: Ist durch die Ernährung ein für die physiologische Darmflora gutes Milieu vorbereitet, und durch die Nahrungsmittel mit Milchsäure produzierenden Keimen schon das Darmmilieu stabilisiert, kann mit pharmazeutischen Präparaten versucht werden einen zusätzlichen Therapeutischen Effekt zu erreichen. Mit überlebensfähigen Keimen (Perenterol®, Lactobact omni FOS ®, Mutaflor, Omniflora) kann man versuchen die normale Darmflora und die allgemeine Stabilisierung des Immunsystems zusätzlich zu stärken; mit Präparaten aus abgetöteten Keimen kann versucht werden spezifische Abwehrreaktionen zu erzielen auf den Darm (Prosymbioflor, Colibiogen, Hylak plus) oder Immunität in anderen Organsysteme zu erzeugen (Uro- oder Bronchovaxom ®) Als Nebenwirkungen besonders der Präparate mit Lysaten aus pathogenen Bakterien (Uro-vaxom, Broncho-vaxom) sind zu befürchten und auch berichtet allergische Reaktionen (Hautrötung, Quinckeödem, Asthmaanfall), und eventuell auch immunologische Reaktionen (Gelenkschmerzen) [15]. Daher sind diese Präparate wenn überhaupt nur unter strenger ärztlicher Kontrolle anwendbar.
SYMBIOSELENKUNG Die klassische Symbioselenkung ist eine besondere therapeutische Vorgehensweise der mikrobiologischen Therapie, die früher gerne empfohlen wurde zur Normalisierung einer stark gestörten Darmflora; heute würde ich aber eine Kombinationstherapie von Perenterol und probiotischen Darmkeimen (aus unterschiedlichen Joghurt und nötigenfalls Zusatzpräparaten wie Lactobact omni FOS) für überlegen halten. Bei der klassischen Symbioselenkung werden in einer Vorphase über 4-6 Wochen nicht lebensfähige abgetötete Keime oder Bakterienautolysate verabreicht (z.B. Colibiogen, Prosymbioflor, 2x 1 Tropfen pro Tag langsam ansteigend auf 2-3x täglich 5-20 Tropfen); so soll der Darm vorbereitet werden, um dann in der Phase I einen (1) vermehrungsfähigen Keim (z.B. Symbioflor I) an zu bieten und später in der Phase II mehrere vermehrungsfähige Darmkeime (z.B. Symbioflor I + II oder Symbioflor I + Mutaflor). Die Menge der zugeführten Kulturen oder Bakterienlysate werden jeweils langsam gesteigert, um unangenehmen gastrointestinale Symptome zu vermeiden. Eine Darmsanierung nach diesem Vorgehen dauerte früher drei bis sechs Monate und beseitigte chronische Darmprobleme trotzdem häufig nicht. Sicher ist heutzutage bei chronischen Magen-Darmproblemen eine moderne Diagnostik für Nahrungsmittelunverträglichkeit und Nahrungsmittelallergien mit dann spezifischer Diät aussichtsreicher.
MIKROBIOLOGISCHE PRÄPARATE
SACCHAROMYCES BOULARDII (Perenterol®): In Perenterol® sind nicht pathogene gefriergetrocknete Hefe-Zellen von Saccharomyces boulardii enthalten, die wegen Resistenz gegenüber der Magensäure nach der Magenpassage in Dünn- und Dickdarm lebens- und vermehrungsfähig bleiben. Diese Hefen erhöhen an der Darmwand die Aktivität von zucherspaltenden Enzymen (u.a. Lactase, Sukrase, Maltase, Trehalase) teils durch Sekretion der Hefe, teils durch Stimulation der Darmzellen-Sekretion. Außerdem werden Enzyme (Phosphatasen, Aminopeptidasen) sezerniert, die etliche bakterielle Endotoxine inaktivieren und Polymanine synthetisiert (Spermidine, Spermin), die Reifungs- und Erneuerungsprozesse der Dünndarm-Schleimhautzellen stimulieren (Erhöhung der DNS- , Protein- und Enzym-Synthese). Erhöhte Expression eines Immun- Rezeptors auf der Mukosazelle führt zu erhöhter IgA-Sekretion [1]. Pathogene Bakterien haften über Lektinrezeptoren an der äußeren Saccharomyces-Zellmembran und werden so inaktiviert und mit dem Darm ausgeschieden [5b]; Saccharomyces boulardii steigert die fäkale Konzentration von kurzkettigen Fettsäuren, die wichtig sind für die Darm-Schleimhaut Erneuerung und die Wasser- und Elektrolytresorption [5b]. Nach oraler Einnahme von Saccharomyces boulardii wird schnell eine konstante Konzentration lebender Hefezellen im menschlichen Darm erreicht, die sich nicht dauerhaft einnisten und nach Therapieende innerhalb weniger Tage mit dem Stuhl vollständig ausgeschieden werden. All diese Mechanismen haben positive Effekte bei bakteriellen Diarrhöen, vermindern die Anzahl pathogener Keime, schwächen die Wirkung deren Toxine ab und schützen die Darmschleimhaut. Indikationen: für alle im Folgenden genannten Indikationen ist die Wirksamkeit der oralen Gabe von Saccharomyces boulardii (250-500 mg/d) als alleinige oder zusätzliche Therapie in anerkannten klinischen Studien belegt [1]: Vorbeugung bzw. Therapie von Durchfall und pathogener Darmbesiedelung während bzw. nach Antibiotikatherapie; (Zusatz-)Therapie bei akuter Enteritis durch Viren, Helikobakter pylori, Clostridium diffizile, Reisediarrhoen; Durchfälle bei Sondenernährung und allgemein chronisch persistierender Durchfall; Zusatztherapie bei Amöbiasis, Giardiasis, HIV assoziierten Durchfällen, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa [1] Kontraindikationen und Nebenwirkungen: Gelegentlich verstärkte Blähungen, selten Allergien und in Ausnahmefällen nur bei Patienten mit zentralem Venenzugang Fungämie (war immer gut therapierbar); als KONTRAINDIKATION daher kein Perenterol bei zentralem Zugang (d.h. nicht bei Post-Patienten) [5b].
ARZNEILICHE PRÄPARATE aus PROBIOTISCHEN KEIMEN
Lactobact omni FOS: enthält Lactobacillus acidophilus (Milchsäurebildner, erzeugt antibakterielle Substanzen), Enterococcus faecium (Vancomycin empfindlicher Milchsäurebildner, erzeugt antibakterielle Substanzen), Lactobacillus salivarius (robustes Wachstum, erzeugt antibakterielle Substanzen), Lactococcus lactis (starke Damwandhaftung, Nisinproduzent), Lactobacillus casei (immunstimulierned, antikanzerogen), Bifidobacterium (bereitet Neukolonisation guter Darmbakterien vor) [5a].
Mutaflor ®: Escherichia coli Stamm Nissle entsprechend 2,5 – 25 Billionen vermehrungsfähige Keime; nach medizinischer Fachinformation zugelassen zur Therapie bei chronischer Verstopfung und zusätzlichen Therapie bei Kolitis ulceraosa
Omniflora ®: überlebensfähige Milchsäurebakterien Lactobacillus grasseri und Bifidobacterium longum
Symbioflor I ®: Zellen und Autolysat von Enterococcus faecilis
Symbioflor II ®: Zellen und Autolysat von Eschirichia Coli
PRÄPARATE mit NICHT LEBENSFÄHIGEN KEIMEN
Colibiogen ®: Zellfreie Lösung aus lysierten Escherichia coli, Stamm Laves (enthält keine lebensfähigen Bakterien); nach Packungsbeilage indiziert als Schleimhaut- und Immuntherapeutikum
Hylak ® und Hylak ® plus: Stoffwechselprodukte von Lactobacillus helveticus; (enthält keine lebensfähigen Bakterien); nach Packungsbeilage indiziert zur Unterstützung der Darmfunktion, bei Durchfall und Vertsopfung
Prosymbiolfor ®: steriles Autolysat von Eschirichia Coli + Enterococcus faecilis; (enthält keine lebensfähigen Bakterien)
Synerga ®: zell- und eiweißfreies Präparat das aus den Stoffwechselprodukten des Escherichia coli Stamm Laves (enthält keine lebensfähigen Bakterien); nach Packungsbeilage zugelassen zur Therapie von allergischen Erkrankungen
Urovaxom: Präparat mit Eschirichia Coli zur Immunstabilisierung bei rezidivierenden Blasenentzündungen; Wirkung umstritten Nebenwirkungen: allergische Reaktionen wahrscheinlich [15]
Bronchovaxom ®: lyophilisierter Bakterienextrakt aus Hämophilus influenzae, Diplococcus pneumoniae, Klepsiella pneumoniae and ozenae, Staphylococcus aureus, Streptococcus pyogenes and viridans, Neisseria catarrhalis; nach Packungsbeilage zur Immunstärkung bei rezidivierenden Infekten der oberen Luftwege; (enthält keine lebensfähigen Bakterien) Nebenwirkungen: allergische Reaktionen mit Hauterscheinungen bis Quinkeödem und asthmatische Reaktionen, Gelenkschmerzen Iimmunreaktion?) [15] Kontraindikation: bei Autoimmunerkrankungen; bei Allergien auf die Inhaltsstoffe
MIKROBIOLOGISCHE THERAPIE während ZYTOSTASE und BESTRAHLUNG (entnommen aus "Naturheilkundliche Krebstherapie" Kai Kröger Verlag)
Während der Chemo- oder Strahlentherapie erhofft man sich von der mikrobiologischen Therapie, das Allgemeinbefinden des Patienten zu verbessern und die Darmschleimhaut und das Immunsystem zu schützen [2, 3]. Bei den gastrointestinalen Nebenwirkungen und zur Vorbeugung von Schleimhautschäden bei Chemotherapie und Bestrahlung wurden in Studien positive Effekte durch die Gabe eines Präparates mit nicht lebensfähigen Keimen (Colibiogen) gesehen [2]. Die besten Erfolge lassen sich erhoffen, wenn mit der mikrobiologischen Therapie schon vor der Chemo- oder Bestrahlungstherapie begonnen wird, oder zumindest so lange noch keine Immunstörungen und keine Mukositis vorliegt. Hat die Chemotherapie jedoch das Immunsystem schon geschwächt (Leukopenie), und/ oder ist eine Mukositis nachweisbar, sollten, wie in oben erwähntem Beispiel, nur Präparate mit nicht vermehrungsfähigen Keimen verwendet werden, und bei Verträglichkeit nehme der Patient kleine Mengen von Joghurt mit Bifidus- bzw. Laktobakterien, um bei Immunsupression nicht dem Vorwurf einer möglichen Superinfektion des Darmes ausgesetzt sein zu müssen. Generell wird aber bei schon bestehender Mukositis die Unterstützung durch orthomolekulare Medizin im Vordergrund stehen, um Immunsystem und Darmmukosa wieder aufzubauen.
MIKROBIOLOGISCHE THERAPIE und KLASSISCHE HOMÖOPATHIE Die Mikrobiologische Therapie ist mit der klassischen Homöopathie sehr gut kombinierbar, und hier handelt es sich auch um eine einfach anwendbare, natürliche und nicht übermäßig teure Therapie.
LITERATUR zur MIKROBIOLOGISCHEN THERAPIE
1. Buts JP: Twenty-five years of research on Saccharomyces boulardii trophic effect: updates and perspecitves. Dig Dis Sci 54: 15-18; 2009 2. Pfeifer B., Preiß J., Unger C.: Onkologie integrativ. Elsevier Urban u. Fischer, München 2006 3. Rusch V.: Mikrobiologische Therapie und Probiotika. In: Beuth J, Grundlagen der Komplementäronkologie. Hippokrates 2002 5. INFORMATIONEN aus PRDUKTBROSCHÜREN der PHARMAINDUSTRIE 5a. Lactobact omni FOS: Produktbeschreibung von Lactobact omni FOS, HLH Biopharma; 2005 5b. ucb Schwarz Pharma: Produktionformationen zu Saccharomyces boulardii (Perenterol®) mit Literaturzusammenstellung Oktober 200
6. de Vrese M, Schrezenmeir J: Probiotics, prebiotics, and synbiotics; Adv Biochem Eng Biotechnol. 111:1-66; 2008 7. Borruel N et al: Increased mucosal tumour necrosis factor alpha production in Crohn's disease can be downregulated ex vivo by probiotic bacteria; Gut. 2002 Nov;51(5):659-64 8. Hickson M et al: Use of probiotic Lactobacillus preparation to prevent diarrhoea associated with antibiotics: randomised double blind placebo controlled trial. BMJ. 2007 Jul 14; 335 (7610) : 80; 2007 9. Giovannini M el al: A randomized prospective double blind controlled trial on effects of long-term consumption of fermented milk containing Lactobacillus casei in pre-school children with allergic asthma and/or rhinitis. Pediatr Res. 2007 Aug;62(2):215-20. 10. de Vrese et al: Probiotic bacteria reduced duration and severity but not the incidence of common cold episodes in a double blind, randomized, controlled trial. Vaccine. 10;24(44-46):6670-4; 2006 11. Betsi GI et al: Probiotics for the treatment or prevention of atopic dermatitis: a review of the evidence from randomized controlled trials; Am J Clin Dermatol;9(2):93-103; 2008 12. Isolauri E: Probiotics use in allergic disorders: Nutrition, Allergy, Mucosal Immunology, and Intestinal Microbiota (NAMI) Research Group Report; J Clin Gastroenterol.;42 Suppl 2 : 91-6; 2008 Jul 13. Meurer S: Thieme Referscher-Ernährungsmedizin: Probiotika in Prophylaxe und Therapie; Thieme-Verlag 2006 14. Zopf Y, et al: The Differential Diagnosis of Food Intolerance; Dtsch Arztebl; 106(21): 359-69; 2009 15. Arzneitelegramm: Bakterienlysate (Broncho-vaxom, Uro-vaxom, Solco Urovac); 27-28; 3 / 1990 http://www.arznei-telegramm.de/html/1990_03/9003027_01.html
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