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Naturheilkundliche Zusatztherapie bei Osteoporose von JJ Kleber
KEINE SELBSTBEHANDLUNG: Alle Aussagen dieser Internetseiten sind nicht zur Selbstbehandlung geschrieben. Ein Patient soll daher alle hier erwähnten Therapiemöglichkeiten nur nach Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt und nur mit dessen Einverständnis anwenden.
DEFINITION und DIAGNOSE der OSTEOPOROSE “Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes charakterisiert ist. Daraus erfolgt eine gesteigerte KnochenbrĂĽchigkeit” [12]. Die Osteoporose macht keine Beschwerden, solange nicht eine Fraktur eingetreten ist, oder Wirbelkörper eingebrochen sind. Erst diese Knochen-(Wirbelkörper)-BrĂĽche und die daraus folgenden Deformierungen (durch Wirbelkörperveränderungen) können starke akute und auch chronische Schmerzen machen. Männer haben nur die Hälfte des Knochenbruch-Risikos von gleichaltrigen Frauen. Generell steigt dieses Frakturrisiko steil ab etwa dem 50sten Lebensjahr mit Risikoverdoppelung alle 10 Jahre. Deshalb hat ein Mann schätzungsweise das Frakturrisiko einer 10 Jahre jĂĽngeren Frau. DIAGNOSE: Ausser einem Lebensalter ĂĽber 50 Jahre sind Risikofaktoren fĂĽr Osteoporose Oberschenkelhals- und Wirbel-Frakturen bei den Eltern, sitzende Tätigkeit ohne Bewegungsausgleich, Nikotinabusus und Untergewicht, schlechte Ernährung [12] und chronische Einnahme etlicher Arzneimittel (z. B. Cortison-Präparate, Antikoagulantien, Heparin) [13]. Liegt einer dieser Risikofaktoren vor sollte bei Frauen ab 60 Jahren, bei Männern ab 70 Jahren eine spezifische Osteoporosediagnostik durch den Arzt durchgefĂĽhrt werden (siehe unten) [12] und zumindest eine naturheilkundliche Osteoporoseprophylaxe betrieben werden (Bewegung, Vitamine, Mineralien). Ein jeder Knochenbruch durch normales Trauma (z. B. häuslicher Sturz ohne ĂĽbermässige Gewalteinwirkung) beweist eine Osteoporose und bedeutet dass eine Osteoporosetherapie unbedingt begonnen werden muss (eigentlich schon Jahre vorher begonnen hätte werden sollen). SPEZIFISCHE OSTEOPOROSE DIAGNOSTIK: schulmedizinisch wird bei obigen Risikofaktoren und natĂĽrlich bei Knochenbruch nach “Bagatelltrauma” zum Nachweis einer Osteoporose die DurchfĂĽhrung einer speziellen Röntgenuntersuchung empfohlen (DXA = dual-X- ray-absorption) [12]. Weitere spezifische Röntgen- und Laboruntersuchungen wird der Hausarzt oder ein auf Osteoporose spezialisierter Arzt durchfĂĽhren, der dann die jeweils indizierte schulmedizinische Osteoporosetherapie empfiehlt. THERAPIE: Bei der zusätzlichen naturheilkundlichen UnterstĂĽtzungstherapie ist darauf zu achten dass die täglich Kalzium-Dosis nicht ĂĽberschritten wird, da die Gabe von Kalzium und Vitamin D bei Naturheilkunde und Schulmedizin gleichermassen empfohlen werden. Die anderen naturheilkundlichen Empfehlungen zur Osteoporosetherapie ĂĽberschneiden sich nicht mit den leitliniengerechten schulmedizinischen Empfehlung (siehe [12]).
NATURHEILKUNDLICHE OSTEOPOROSE-THERAPIE
Wichtigste Therapie bei Osteoporose und zur Prophylaxe vor Osteoporose ist Belastung des Bewegungsapparates mit Einwirkung des vollen Körpergewichts. Weiter ist wichtig Nikotinabstinenz, ausreichende hochwertige Ernährung mit Vermeidung von Untergewicht und hierbei speziell Aufnahme der für die Knochenmineralisation wichtigen Vitamine und Mineralien siehe folgende Tabelle. Leitsubstanzen sind die Mineralien Kalzium und Magnesium und Vitamin D.
Tabelle der naturheilkundlichen Therapieempfehlungen bei Osteoporose
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orthomolekulare Basistherapie zur Vorbeugung einer Osteoporose oder bei Osteoporose
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Ultra one daily Caps® Natures Plus 1 Kaps. alle 1-2 d (enthält 200 µg Selen, 5mg Mangan) Kalzium 1,2-1,5 g / Tag (Nahrungs-Kalzium mitrechnen) Vitamin D 20-30-50 µg = 800-1200-(2000) IE Magnesium 300-400 mg pro Tag Omega-3 0,5-1,5 g/d (1-3 Lachsölkapseln) Meeres-Spuren-Elemente aus Korallen-Kalzium (oder Trace-Mins)
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Zusatztherapie
schwere Osteoporose
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Aminosäuren Lysin ca. 1g und Arginin 0,5-1g (z.B. in Aminoplus® Immun 1 Beutel jeden 2. Tag) Vitamin C zusätzlich 300-500 mg (1)-2 mal pro Tag Vitamin K 70-100 µg/d nicht bei Antikoagulation(nicht bei BlutverdĂĽnnungstherapie) Fluorid meist ausreichend im Kochsalz + Zahnpasta Bor evt. 5-7 mg/d wenn im Kombi-Präparat enthalten
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andere Zusatztherapien
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Sport + Bewegung sind sehr wichtig siehe unten
Ernährung: mineral- und basenreiche Kost sie unten Soja-Produkte mit phytoöstrogenen Wirkstoffen stimulieren Knochenwachstum
SCHULMEDIZINISCH Bisphosphonate sind bei schwerer und bei schmerzhafter Osteoporose unverzichtbar
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WIRKUNG DER MIKRONÄHSTOFFE BEI OSTEOPOROSE
VITAMINE Vitamin D erhöht die Resorption von Calcium aus dem Darm, die Calcium RĂĽckresorption aus den Nieren, und steigert den Knochenstoffwechsel, den Knochenaufbau und den Einbau von Kalzium in die Knochen. Vitamin D3-Serum-Konzentration (25-OH-Cholecalciferol-Konz.) sollte 80-110 nmol/l betragen (toxische Serum-Konz. ab 175 nmol/l Vitamin-D3) Vitamin C (Ascorbinsäure) fördert die Kollagensynthese im Knochen. Zusätzliche Einnahme ist auch gĂĽnstig als Retard-Präparat (eventuell mit Zink) vor allem abends, um gleichmässige Vitamin C Konzentrationen im Blut zu haben. Durch zusätzliches Essen von Obst kann Vitamin C nicht ĂĽberdosiert werden. Vitamin K ist erforderlich fĂĽr die Carboxilierung des Knochenmatrixproteins Osteokalzin.Vitamin K darf nicht gegeben werden, wenn Präparate zur Blutgerinnungshemmung (wie Markuma®) eingenommen werden, da es deren Wirkung abschwächt bis aufhebt. Vitamine B6, B12 und Folsäure sind in der Basistherapie genug hoch dosiert; diese Vitamine senken die Homocystein-Konzentration und sind wichtig fĂĽr die Knochenbildung, da eine erhöhte Homocystein-Konzentration im Blut die fĂĽr die Knochenstruktur wichtige Quervernetzung von Elastin und Kollagen beeinträchtigt.
MINERALIEN Kalzium, Magnesium und Phosphat sind die Hauptmineralien bei der Knochenmineralisierung. Kupfer fördert die Quervernetzung der Kollagenfasern; Kupfer ist in unserer Nahrung immer ausreichend vorhanden Mangan fördert die Bildung saurer Mukopolysacharide der Knochengrundsubstanz und fördert so die Knochenmineralisation und die Knorpelbildung Bor senkt die Kalziumausscheidung im Urin, ist aber nicht nötig, wenn genug Kalzium zugeführt wird. Fluorid aktiviert in normaler Dosis die knochenbildenden Osteoblasten (allerdings wird bei uns meist Fluorid ausreichend im Kochsalz und der Zahnpasta zugeführt) Zink ist wahrscheinlich auch essentiell für Knochenbildung.
AMINOSĂ„UREN Arginin erhöht die Knochendurchblutung durch Bildung von Stickoxid (NO); auĂźerdem hemmt NO die Knochenresorption der Osteoklasten und stimuliert ĂĽber hGH und IGF-1 Produktion die Osteoblastenneubildung und steigert die Kollagen-Synthese und die Bildung der nicht kollagenen Knochenmatrix. Lysin stimuliert die Kollagensynthese, erhöht die Calcium-Resorption im Darm und verstärkt den Calcium-Einbau in die Knochenmatrix. [5] Weitere Aminosäuren z.B. in Aminoplus® Immun haben keinen heute bekannten wesentlichen Einfluss auf die Knochenbildung, sind aber auch nicht hinderlich. Da die Präparate mit hoher Dosis an Arginin und Lysin meist auch andere Aminosäuren enthalten, und teils zusätzlich die Immunabwehr und Entgiftung fördern ohne die Knochenbildung zu beeinträchtigen, ist deren Einsatz fĂĽr einige Wochen intervallmäßig mit jeweils 2-3 Wochen Pause indiziert. Während der Einnahmezeit der Aminosäure-Präparate ist es gut die Basis-Vitamin-Kapsel nur jeden 2. Tag zu nehmen.
ZUSATZTHERAPIEN
Bewegungstherapie: mit eine der wichtigsten Komponenten einer Osteoporose-Therapie ist Bewegung und soweit möglich langsam steigende Belastung, da der Knochen bei Inaktivität abgebaut wird und je nach der Belastung verstärkt Knochensubstanz einbaut. Bei Bewegungsbehinderung durch Schmerzen kann eventuell Anfangs Wassergymnastik helfen. Bei stärkerer Osteoporose und bei Schmerzen sollen diese Therapien unter Anleitung eines(r) erfahrenen Physiotherapeuten(in) durchgefĂĽhrt werden. So bald möglich soll die Belastung des Bewegungsapparates mit dem vollen Körpergewicht erfolgen (“weight-bearing-exercises” [12]). Ăśbungen zur Verbesserung der Körper- Koordination helfen nicht nur StĂĽrze zu verhindern, sondern haben auch insgesamt einen fördernden Einfluss auf Intellekt und Gedächtnis, auch in höherem Alter.
Ernährung: Mineral und basenreiche Kost mit hohem vegetarischen Anteil. Kalzium reiche Ernährung (Milchprodukte, Kalzium reiche Heilwässer wie Geroldsteiner® oder Residenz Quelle®) muss bei der Einnahme von Kalzium-Tabletten abgerechnet werden. Phosphat reiche Getränke (Cola) sollen nicht ĂĽbermäßig getrunken werden. Phytooestrogene: Sojaprodukte stimulieren durch die darin enthaltenen Phytoöstrogene die Ă–strogen-Rezeptoren am Knochen und dadurch deren Wachstum, ohne die Gefahr hormonabhängige Tumore zu fördern. Ă„hnlich wirken Cimicifuga-Präparate oder Phytoestrol N, die häufig beim Klimakterium der Frau eingesetzt werden. Nach Mamma-Karzinom sollte eine derartige Therapie unbedingt mit dem behandelnden Onkologen oder Frauenarzt abgesprochen werden.
SCHULMEDIZIN: bei nachgewiesener stärkerer Osteoporose, nach Osteoporose bedingten Knochenbrüchen und bei osteoporosebedingten Schmerzen soll mit dem behandelnden Arzt unbedingt über die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie mit Bisphosphonaten (z.B. Alendronat, Risendronat, Strontiumranelat [12,17]) gesprochen werden (eventuell auf stärker wirksam mittels Infusion).
HOMÖOPATHIE: nach einem durch Osteoporose verursachten Knochenbruch ist zu denken an Symphytum (anfangs D12, später C200 in seltenen Dosen) und zusätzlich Calcium phosporicum D2 bis D4 3x/ Tag für die ersten 4-6 Wochen nach dem Knochenbruch. Später muss das typspezifische Simile oder Simillimum gesucht werden.
LITERATUR [1] Schmidt E + N: Leitfaden Mikronährstoffe; orthomolekulare Prävention und Therapie; Elsevier 2004| [2] Gröber U: orthomolekulare Medizin; WVG Stuttgart 2002| [3] Dietl H; Ohlenschläger G: Handbuch der orthomolekularen Medizin; Haug Verlag 2001| [4] Martin M: Labormedizin in der Naturheilkunde; Urban + Fischer München 2002| [5] Becker G: Osteoporose Ursachen - Diagnose - Therapie; Fortbildungs-Tagung Fa. Kyberg München 25.3.2006| [7] Böhm U; Muss c, Pfisterer M: Rationelle Diagnostik in der orthomolekularen Therapie Hippokrates 2005| [11] Huber J; Klentze M: die revolutionäre SNIPs-Methode; Südwestverlag [12] Baum E; Peters KM: Primäre Osteoporose - leitliniengeschützte Diagnostik und Therapie; cme.aertzteblatt.de/Kompakt 2009 [13] Gröber U: Arzneimittel und Mikronährstoffe; WVG Stuttgart 2007 [14]. Labor Bayer aktuell: Diagnostik und individuell optimierte Therapie des Vitamin D-Mangels; Rundbrief Juni 2009; www.labor-bayer.de 15. Bischoff-Ferrari et al.: Eistimation of optomal serumconcentration of 25-hydroxy-vitamin D for multiple outcomes; Am.J.Clin.Nutr. 84, 18-28, 2006 16. Amling M: Vitamin D und Osteoporosebehandlung; aus Online-Fortbildung von MSD durch Prof. Amling Osteologisches Schwerpunktzentrum Uni Hamburg Eppendorf; auf http://www.univadis.de/ Oktober 2009 17. Hofbauer L: Osteoporose interessante Gegenwart mit spannender Zukunft; aus Online- Fortbildung von MSD durch Prof. Hofbauer Lorenz, Uni Dresden; auf http://www.univadis.de/ Oktober 2009
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