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INFORMATIONEN ZU HOMOEOPATHY UND NATURHEILKUNDE
und
naturheilkundlich unterstützender Krebstherapie

von Dr. med. Johann Josef Kleber

 

Allgemeine Bemerkungen, zur Kombination von Mikronährstoffen mit anderen Naturheilverfahren und Begründung der zusätzlichen Einnahme von Mikronährstoffen siehe orthomolekulare Medizin, tabellarische Übersichten siehe unter Vitamine.

 

NIACIN (Nicotinamid, Vitamin B3)
von JJ Kleber

etwas gekürzt aus Kleber JJ: Naturheilkundliche Krebstherapie Kai Kröger Verlag

DOSIERUNG: empfohlene tägliche Mindestaufnahme für Erwachsene und Kinder ab dem 10. LJ  15-18 mg/d (Dach-Referenzwerte) [10]
in USA ab 14. LJ für männliche Personen 16 mg/d, für weibliche Personen 14 mg/d,  in der Schwangerschaft 18 mg/d;  max. tägliche Dosis ohne Nebenwirkungen bei 30-35 mg festgelegt [13]
OPTIMALE SUBSTITUTIONSDOSIS: Erw. 15-20 mg/d [47]
Bei manifestem Vitaminmangel (Pellagra) 200-300 mg/d [26]

 TOXIZITÄT:Niacin kann bei Dosen um 1g pro Tag wirkt akut toxisch wirken mit Flush und gastrointestinalen Nebenwirkungen. Chronische Zufuhr ab (35-)100 mg/d bis zu 1g pro Tag kann zu gastrointestinalen Nebenwirkung, zu Hautrötungen, selten zu allergischem Ekzem führen. In Einzelfällen kam es zu cholostatischer Hepatitis ab chronischer Einnahme von 3g pro Tag [27].

INDIKATIONEN: bei Krebs besteht erhöhter Niacin-Bedarf [4]. Niacin ist wichtig für die Zelldifferenzierung, die DNS-Replikation und die DNS-Reparatur [4, 47]. Eine günstige Wirkung von Niacin wurde gesehen bei Bestrahlung von Larynxkarzinom [26].
Bei Mangelernährung oder Malabsorptionsstörungen, Alkoholabusus, und für Dialyse- Patienten.
Man sollte Niacin einsetzen bei chronischer Arzneitherapie mit INH, Azathioprim, Phenytoin, L-Dopa, Barbituraten, Benzodiazepinen, etlichen Analgetika (Paracetamol, Salicylamid, Dextro­proxyphen) [4, 18].
Nicotinsäure wurde früher zur Senkung des Cholesterins eingesetzt, mit einer Dosierung von 2-3g pro Tag.

NIACINMANGEL:  Mangel ist bei ausreichender Ernährung mit Fleisch nicht häufig. Bei Mangelernährung kommt es infolge Niacin-Avitaminose zu PELLAGRA mit Dermatitis (besonders an sonnenexponierten Stellen, Hyperpigmentierung, Hyperkeratose, Desquamation), außerdem Entzündungen der gesamten Schleimhaut des Gastrointestinal­trakts mit Mundwinkelrhagaden, Glossitis, Achlorhydrie, Durchfällen, später zu ZNS-Störungen mit Depression, Apathie, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Neuropathien und Paresen (bei ZNS-Beteiligung besteht häufig ein zusätzlicher Mangel von VitaminB2 und Vitamin B6). [4, 20])

WIRKUNG: Niacin ist der Sammelbegriff für Nicotinsäure und Nicotinamid, die beide im Körper in die Coenzyme NAD und NADP (Nicotinamid-Adenindinucleotid-Phosphat) umgewandelt und vor allem in Leber und Erythrozyten gespeichert werden.
NAD (in den Mitochondrien) und NADP (im Cytosol) wirken als Dehydrogenasen. Sie sind in den Mitochondrien wichtig für Redoxvorgänge der Atmungskette, im Cytosol für die Fettsäure­synthese und für Hydroxilierungen.
Außerdem istNADP wichtig bei der Proteinsynthese, der Nucleoproteinsynthese (auch für Histonsynthese wichtig für die DNS-Reperatur und die Zelldifferenzierung) und für die Regulation der cyclo-AMP-Aktivität [4].
Die Halbwertszeit von Niacin im Plasma ist nur 1 Stunde, die Reservekapazität im Körper beträgt aber 2-6 Wochen [4].

NACHWEIS: Zum Nachweis eines Niacin-Mangels ist keine Routinemethode vorhanden

VORKOMMEN:Nicotinsäure kommt vor allem in Pflanzen vor (Vollkornprodukte sind dabei biologisch schlecht verwertbar, das Gleiche gilt für Gemüse). Nicotinamid kommt besonders in tierischen Produkten (Fleisch und Fisch) vor [4].

LITERATUR: siehe Literatur orthomolekulare Medizin

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