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INFORMATIONEN ZU HOMOEOPATHY UND NATURHEILKUNDE
und
naturheilkundlich unterstützender Krebstherapie

von Dr. med. Johann Josef Kleber

Praxis  http://praxis-dr-kleber.de

 

 

Allgemeine Bemerkungen, zur Kombination von Mikronährstoffen mit anderen Naturheilverfahren und Begründung der zusätzlichen Einnahme von Mikronährstoffen siehe orthomolekulare Medizin, tabellarische Übersichten siehe unter Vitamine.

 

VITAMIN C (Ascorbinsäure)
von JJ Kleber

Die Kurzmonographie zu Vitamin C ist etwas gekürzt meinem Buch “Naturheilkundliche Krebstherapie” Kai Kröger Verlag entnommen. In diesem Buch sind alle Vitamine und viele vitaminähnliche (Q-10, Taurin, L-Carnitin u.s.w) ausführlich dargestellt.
Vitamin C ist wegen seiner zentralen Stellung im antioxidativen System und wegen seiner grossen Beliebtheit als Nahrungszusatz hier genauer dargestellt: Alle Literaturhinweise siehe extra Seite Literatur orthomolekulare Medizin

DOSIERUNG: empfohlene tägliche Mindestaufnahme ab dem 4. LJ 70 mg/d, ab dem 13. LJ 100 mg/d; für Stillende und Raucher 150 mg/d (Dach-Referenzwerte) [10]; minimal täglich benötigte Dosis zur Verhinderung von Skorbut ist 10-30 mg/d [11]
OPTIMALE SUBSTITUTIONSDOSIS: 200-500 mg pro Tag [11, 39].
Während Chemotherapie und am Tag danach sind 1-2(-4)g pro Tag indiziert [18, 41].
In den USA wird als maximale tägliche Dosis ohne toxische Nebenwirkungen ab dem 10. LJ 1,2g definiert, ab dem 18. LJ 2g pro Tag [13].

TOXIZITÄT: Bei Aufnahme von mehr als 3-4g oral kann zu vermehrter Harnsäure-Ausscheidung kommen (bei Einzelfällen nach 3g pro Tag chronisch tubulointerstitieller Nephropathie). Ab  chronisch oral 8 g/d, kam es vereinzelt zu Niernesteinen [16, 26]. Bei Glu-6-P-Dehydrogenase-Mangel wurde Hämolyse ab 10g beobachtet. Bei 45g oral plus zusätzlichen 80g i.v. sind Einzelfälle von Nierenversagen und ein Todesfall berichtet [16, 26]. Andererseits wurden i.v.-Gaben von 750 mg/kg in 500 ml Ringerlaktat (bis 60g Ascorbinsäure) gut vertragen [12].

NEBENWIRKUNGEN: Bei oraler Aufnahme im Grammbereich kann es zu Durchfall, Magenreizung, und sehr selten ist berichtet Speiseröhrenentzündung oder Ileus nach  4-5g [16, 26]; Bei Vitamin C-Dosen im Grammbereich ist eine Verfälschung von Laborwerten möglich bei Blutzucker, LDH, Kreatinin, Bilirubin, GOT; ebenso bei Paracetamol- und Theophyllin-Serum-Konzentration [16, 26].

INDIKATIONEN: Bei Krebs ist Vitamin C wichtig aufgrund der Schlüsselstellung im extrazellulären antioxidativen System (zusätzlich Regeneration von Vitamin E im lipophilen System). Hier ist besonders während Chemotherapie eine erhöhte Dosierung (1-2g pro Tag) nötig, da unter Chemotherapie öfter eine sehr niedrige Vitamin C-Serum-Konzentration gemessen wurde [41].
Außerdem wirkt Vitamin C karzinoprotektiv durch Schutz und Stimulierung des Immunsystems und durch Abbau kanzerogener Toxine (Nitrosamine). Etliche retro- und prospektive Studien zeigten einen karzinoprotektiven Effekt von Vitamin C bei 150-500 mg/d (bei Magen-Karzinom, Ösophagus-Karzinom, Kolon-Karzinom, Mamma-Karzinom, Lungen-Karzinom) [4].
Die Hochdosistherapie mit über 4g Vitamin C  als Infusion hat Risiken, ohne dass bei Krebs bisher ein Nutzen bewiesen werden konnte [26]. Neueste Arbeiten zeigen aber doch wieder eine mögliche Wirksamkeit sehr hoher Vitamin C Dosen im Sinne einer „prooxidativen Chemotherapie“ (wahrscheinlich durch interstitiell entstehendes H2O2), mit Schädigung von Karzinomzellen einzelner Tumorarten und ohne Schädigung gesunder Zellen [54]. Diese Vitamin-C-Höchstdosistherapie sollte aber in Hinblick auf Indikationsstellung, Durchführung und speziell nötiger Therapieüberwachung nur in den Händen speziell darin erfahrener Ärzte durchgeführt werden (mündliche Mitteilung Dr. Landenberger). Bisher teils angewandte Dosen von 7,5-10g Vitamin C i.v. scheinen für diese „chemotherapeutische“ Vitamin-C-Wirkung nicht auszureichend. [54, 59]

Außerdem istVitamin C indiziert zur Artheriosklerose-Prävention ( zusätzlich koronardilatierende Wirkung). In wenigen Studien zeigte sich eine positive Wirkung bei Morbus Sudek, bei schweren Verbrennungen, bei nachlassender Gedächtnisleistung im Alter (zusätzlich Vitamin E und Q 10) [16].
In der orthomolekuaren Medizin wird Vitamin C außerdem empfohlen bei Allergie (senkt die Histamin-Konzentration), zur Katarakt-Prävention (ab 500 mg/d das wichtigste Antioxidans der Linse), zur Immunstärkung, bei Diabetes, Hyperthyreose, bei Leber- und Nierenerkrankungen, bei Rauchern (hier ist der Bedarf um 40% erhöht) und bei chronischem Alkoholismus. In der Schwangerschaft, bei Leistungssport und bei Arzneimitteln, welche die Vitamin C-Konzentration senken (ASS, Antazida, Diuretika, Tetrazykline, Kontrazeptiva, Kortikoide, und vor allem Zytostatika) [4, 57].

ASCORBINSÄURE-MANGEL: Ein klinisch manifester Skorbut ist heutzutage sehr selten. Typische Symptome sind Schwäche, Schlafbedürfnis, oder aber Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, ferner Glieder- und Gelenkschmerzen, Infektanfälligkeit bei beginnendem Skorbut. Später zeigen sich Blutungen (subperiostal, perifollikulär, petechial), Gingivitis, Zahnausfall, Wundheilungsstörungen und möglicherweise mikrozytäre Anämie [4, 16].

WIRKUNG: Vitamin C ist das wichtigsteAntioxidans im wässrigen System (fängt Superoxidradikale), hilft bei der Regeneration vonVitamin E im lipophilen System, hemmt die Nitrosaminbildung und fördert die Eisenresorption. Es wirkt mit bei Toxin- und Cholesterin-Abbau in der Leber, der Kollagen-, Carnitin-, NNR-Hormon-, Katecholamin-, Calcitonin-, Hypophysen-Hormon-Synthese. Im Immunsystem schützt Vitamin C die Fresszellen [4, 16] und stabilisert das Immunsystems. Vitamin C wird durch Bioflavonoide (u.a. Rutin, Quercetin) regeneriert [4].

STOFFWECHSEL:Vitamin C wird schnell im oberen Dünndarm resorbiert (maximale Serum-Konzentration nach 2-3 Stunden erreicht), die Resorptionsquote sinkt mit steigender Dosis (bei 3g Vit.C werden nur noch 40% aufgenommen); überschüssiges Vitamin C wird im Urin ausgeschieden. Die höchsten Vitamin C Serum-Konzentrationen werden bei oral 1g pro Tag erreicht und steigen bei höheren Dosen nicht weiter an. Die mögliche Speichermenge im Körper für Vitamin C liegt bei ca. 3g, die biologische Halbwertzeit beträgt 8-40 Tage, da Vitamin C bei niedrigen Serumkonzentrationen renal rückresorbiert wird [4].

VORKOMMEN: Besonders hohe Konzentrationen finden sich in frischem Obst und frischem Gemüse (v.a. in der Schale und in der Schicht unter der Schale). Es kommt zu starkem Vitaminverlust durch Oxidation bei der Lagerung, durch langes Kochen oder Warmhalten, durch Schälen. Wenig Verlust verzeichnet man bei industriell gut hergestellten Konserven und Gefrierware. [4]
Ein besonders hoher Vitamin C-Gehalt findet sich in Paprika (100-300 mg/100g), in Broccoli, Grünkohl, in anderen Kohlarten (20-50 mg/100g), in der Kartoffel (14 mg/100g); bei Obst in Acerola-Kirschen (1,5 g/100g), in der schwarzen Johannisbeere (180 mg/100g); in Kiwi und in Zitrusfrüchten (50-80 mg/100g), in Erdbeeren, in Äpfeln und anderem Obst [47].
Bei der antioxidativen Potenz ist aber das Zusammenspiel von Vitamin C mit anderen antioxidativen „sekundären“ Pflanzenstoffen (u.a. Polyphenlen) sehr wichtig, so dass Schmidt zufolge z.B. 100g Apfel mit Schale die antioxidative Potenz von 1 bis 2g synthetischer Ascorbinsäure besitzen [47].

LITERATUR: siehe Literatur orthomolekulare Medizin