|
Rutaceae nach Scholten und Sankaran zusammengestellt von JJ Kleber
HOMÖOPATHISCH VERWENDETE SPEZIES Aegli folia;Angustura vera;Atista;Barosma;Citrus vulgaris;Dictamnus albus;Jaborandi;Orangenschale (Citrus vulgaris);Ptelea trifola;Ruta graveolens;Xanthophyllum
ESSENZEN RUTACEAE --Rutaceae Scholten: Tendenz immer zu Arbeiten, immer beschäftigt zu sein (Citrus vulgaris ist extremer workoholic); mit Freude + guter Mine (cheerfulness) in dauernder Beschäftigung ihr bestes tun (starten fröhlich den Arbeitstag mit einem Glas Orangensaft) (DD ->Eisen-Serie<-; Minerale Stad 8; dagegen Brassicaceae=Cruciferae aufgearbeitet mit bitterer Mine); im Extrem vergessen sie vor lauter Arbeit für andere auf ihre Interessen zu achten, achten nicht darauf was sie selbst wollen, fühlen + denken; wegen dieser mangelnden Reflexion über ihre Arbeit, werden sie leicht als Arbeitstier missbraucht werden, halten dies lange Zeit mit hoher Energi durch (Rutaceae haben viel Vit.C das als Antioxidans vor dem verbrannt werden schützt); auch beklagen sie sich typischerweise nicht, hassen es aber, wenn andere jammern; im Endstadium komplette Erschöpfung (wie ausgequetschte Zitrone) [3] Beziehungsprobleme da sie zu leicht zu viel geben, so ausgenutzt werden ohne es lange Zeit zu merken (Sulf) [3] -Verhalten: cheerful, fröhlich und optimistisch, nicht leicht entmutigt (keep your head up); am Ende aber im erschöpften Stadium werden sie bitter (DD Brassicaceae=Cruciferae), fühlen sich leicht verletzt, missbraucht und beschissen (Sulf) [3] --Rutaceae Mangalavori: in gesunden Tagen überaktiv um hohes Ziel zu erreichen, ist durchaus erfolgreich, stoppt aber kurz vor Erreichen des Zieles (da unterbewusst den Übervater nicht übertrumpfen traut); durch diese Überanstrengung, durch das zu streßhafte Leben tiefe Erschöpfung (so kann es nicht mehr weitergehen); von einem bestimmten Punkt an, setzt die Dekompensation, die Erschöpfung ein und die ab dieser Zeit ständig zunehmende Krankheit hindert am Erreichen des ursprünglich gesetzten Zieles; ab gewissem Punkt wird keine Anstrengung mehr unternommen, man ist gänzlich erschöpft und kann das Ziel nicht mehr erreichen; das Ziel ist oft von außen vorgegeben (Eltern, Gott, Übervater eben) und im Laufe einer Heilung (nach Mittelgabe) kehrt Kraft langsam zurück, meist werden aber neue Lebensziele gefunden, die vorher schon in der Person im Verborgenen durchschimmerten [2]. --EMPFINDUNGEN Sankaran: Ermüdungsgefühl; wie Zerschlagen [1] -Modalitäten: mäßige Bewegung bessert (als Zeichen der Unruhe die weiterarbeiten will) [1]
LEITSYMPTOME --MIND: oft frühreife Entwicklung vor allem im Sinne des Leistungsgedanken; tief innen Gefühl etwas ist falsch an einem, so dass das angestrebte Ziel (von außen definierte Lebensziele) nicht erreicht werden kann; die Krankheit dient als willkommene Ausrede, das Ziel nicht mehr erreichen zu können und aufgeben zu dürfen; später Gefühl ein Looser zu sein, der die gesteckten Ziele nicht erreichen kann; da Lebensziele in der Krankheit von außen vorgegeben sind meist keine echte Befriedigung bei Arbeits-Erfolg (da die idealisierten Werte unerreichbar sind); keine Freunde am Essen (z.B keine Mango weil teuer, Gemüse nur weil gesund ...), keine Befriedigung am Sex, [2] --VERHALTEN: Überaktiv solange nicht dekompensiert, und dabei erfolgreich (DD Spinnen unproduktive Überaktivität); wenn zum Arzt geht meist überaktives Stadium schon zusammengebrochen und tiefe Erschöpfung [2] --Empfindungen: Ermüdungsgefühl; wie Zerschlagen [2] --Modalitäten: mäßige Bewegung bessert (als Zeichen der Unruhe die weiterarbeiten will) [2]
AEGEL FOLIA --ESSENZ: evtl Stad 16; wird wie Scheiße behandelt oder fühlt sich so; versucht stark anderen Leuten zu helfen [3]
ANGUSTURA VERA --ESSENZ Scholten: sehr typisch sie können Jammern, Lamentieren, Nörgeln nicht ausstehen; sie selbst arbeiten resolut, fröhlich, optimistisch mit guter Laune, zielstrebig und erfolgreich; wissen was sie wollen und erreichen es; sind gerade einfachdenkende Leute (staightforward), offen + freundlich, easy going, machen keinen Ärger und kommen mit jeder Situation zurecht, so lange niemand jammert oder sich beklagt; helfen anderen, vor allem ihrer Familie oder pflegen Alte + Kranke, solange die Beschwerden ernst sind, und die anderen nicht jammern; erst wenn sie viel ertragen haben und zu sehr ausgenutzt wurden, werden sie plötzlich bitter + ärgerlich auch dann eher nur kurze Zeit [3]; dann sind sie auch unzufrienden mit sich selbst [2] --ESSENZ Vithoulkas: überergbare, zu lebhafte Menschen, mit Überempfindlichen Nervensysthem, so daß er schon bei Kleinigkeiten außer Kontrolle gerät; sehr empfindlich gegen Kritik (Bitterkeit nach keliner Beleidigung); sehr lebhafte leicht zu begeisternde Person (->Coffea<-); Spannung + Unruhe (DD Rhus.tox) [9] --Leitsymptome: chilly, Beschwerden kommen schnell, gehen schnell; < Beginn der Bewegung; Vorliebe KAFFEE, einfaches Essen, Kartoffel, gemüse; Abneigung Milch, Zwiebel [3]; Gelenke steif, wie verrenkt, will Gelenke strecken; Knacken der Gelenke [4,9]; Steifheit + (paralytische) Schwäche von Gelenke + Muskeln [9] -Empfindungen: Ziehen, Spannen, Steifheit; zerschlagenheits- + Wundheitsgefühl [7,9] -Modalitäten: < jede Berührung (vor allem Krämpfe) [9]; < Anstrengung; > durch Strecken --Pathologie: Kopf-, Nacken-, Schulter-, Magenschmerz; Steifigkeit, Kieferspasmen; Hitzewallungen mit Schweißausbruch (in Menopause) (DD Östradiol; Fuchsia; Follikullinum) [3]; Osteomyelitis; ist aus Rinde von Galipea cusparia [4]; rheumatische Beschwerden mit Steifheit der Gelenke; Tortikollis [9]; Exostosen (Unterkiefer, Schienbein [7,9] --DD: Sanguinaria sehr ähnlich; China; Ferrums; Kaliums; Nux-v [3]
ATISTA
BAROSMA --Herkunft: Duftstrauch, Barosma crenulatum oder auch sanatifolia; aus Südafrika; Tinktur der getrockneten Blätter; enthalten etherisches Öl [7] --Lietindikationen: als Tinktur Wirkung auf Schleimhäute insbesondere der Urogenital; Reiz-Blase; Harngrieß, Prostatabeschwerden [7]
CITRUS LIMONUM aus dem ausgepresstem Saft der Zitrone [7]| --Leitsymptome: nach lange Zeit viel Arbeit im Haushalt, plötzlich Abneigung gegen häusliche Pflichten; Steifheit in Fingergelenken, Zerschlagenheitsgefühl (Ruta) [7] --Pathologie: Blutungen; Dysenterie + Verstopfung; Krampfanfälle, Krebs, Skorbut [7]
CITRUS SINENSIS
CITRUS VULGARIS Orange = Aurantium; aus Tinktur der Schale der Sevilla-Orange [7]|
CITRIC ACID
DICTAMNUS ALBUS --Herkunft: Tinktur aus der ganzen Pflanze von Dictamnus albus = Dictamnus fraxinella = Specht- oder Eschenwurz [7] --ESSENZ: harte Arbeiter die fröhlich weitermachen, ohne Klagen, viel Arbeit übernehmen; einfach weitermachen ohne zu fragen wies weitergeht [3] --Leitsymptome: Jucken After; Fluor Vaginalis, Methorrhagie [7]
DIOSMA LINCARIS
JABORANDI Pilocarpus pinniatifolius enthält Pilocarpin; brasilianische Pflanze aus gepulverten Blättern + Stengeln [7,11]| --ESSENZ: arbeiten eine Menge ohne zu bemerken, daß sie ausgenutzt werden, wenn sie es bemerken sehr ägerlich; verlangen zu töten [3] --Leitsymptome: viel Schweiß (auch bei kleiner Anstrengung, kleiner Bewegung); Destruktivität in Beziehungen, anfallsweise Aggressivität; ESSEN Trauben >+<; [3] --Pathologie: Nephritis, Bronchitis; Augenbeschwerden wie Chorioiditis, Augenmuskelbeschwerden, Akkomodationsstörung [7,11]
PTELEA TRIFOLIA Tinktur der Wurzelrinde des Hopfenbaums [7]| --ESSENZ: arbeiten hart für ihre Familie, Ehemann + Kinder; haben später das Gefühl zu viel zu tun und dass Familie zu wenig mithilft, werden darüber ägerlich, haben aber Bedürfnis trotzdem weiterzumachen (DD Sepia überarbeitet ohne Bedürfnis weiterzuschuften) [3] --Leitsymptome: < warmes Zimmer, > kalte Luft; < nach Schlaf, bei Erwachen [3,7]; unverträglich schwere fette Speisen; Bauchschmerz besser liegen rechts, < liegen links, > Zitronensaft [8,11]; Druck in Magengrube wie Stein [7] --Pathologie: Refluxösophagitis; Hepatitis [3]; GIT- , Leber-Beschwerden (Leber geschwollen, vergrößert) [8,11]
RUTA GRAVEOLENS Tinktur der frischen Pflanze der Wein- Gartenraute [11]| --ESSENZ: Bild eines Mannes der sich mit dem Buschmesser durch einen Bambuswald schlägt, nicht weiß wo er herkommt noch wo er hingeht und einfach tapfer weiter macht [3] --Leitsymptome: STEIFIGKEIT in Muskeln + Sehnen + ganzem Körper (Rhus tox); Schwäche + Steifheit hindern an Bewegung; Sehstörung nach Augenüberanstrengung (Jaborandi) [8]; Gliederschmerzen mit Unruhe und < durch Bewegung [7]; Knötchen und Verdickungen in Sehnen + Knochen, Periost nach Trauma oder chron. Überanstrengung [6]; REKTUMPROLAPS (v.a. nach Entbindung Überanstrengung) [7,11] - Mind: Angst + Panik mit Furcht vor Tod bei Fieber + nach Überhitzung [8]; -Modalitäten: empfindlich, < Kälte, Feuchtigkeit [6]; Rücken- Kreuz- (Ischias)-Beschwerden > im Liegen [8], sonst reißende stechende Nervenschmerzen (Ischias) < im Liegen (DD Gnaphalium) [6] --Pathologie: Sehnen, Gelenke; Tendinitis, PERIOST; Knochen- periost-Tumore + -Sarkome [2,7,8,11]; rheumatische Beschwerden, Sehnenverletzungen durch Zerrung, Verstauchung, oder chron. Überbeanspruchung, Tendinitis, Bursitis (häufig mit Erguß), Bindegewebserkrankungen [8]; Knochenprellung, Rektumprolaps, Rektum-Ca [7]
XANTOPHYLLUM --ESSENZ: überarbeiten für Familie [3] --Leitsymptome: Dysmenorrhoe oder Uterus- Ovarschmerzen ausstrahlend in Beine oder ganzen Körper (Viburnum, Cimicifuge) [3,8]; stechende, schießende Schmerzen, Taubheitsgefühl; Kopf- Rückenschmerz < Menses [8] --Pathologie: vor allem bei Gebärmuttererkrankungen [8]
LITERATUR
[1] Sankaran R: Einblicke ins Pflanzenreich Band 1 +2; Homoeopathic medical publishers, Mumbai India; erste deutsche Ausgabe| 2003|
[2] Mangialavori M: Jahrestagung DZVhÄ in Köthen 2004|
[3] Scholten Jan: Seminar Plants 8 Eurosids Pflanzenfamilien Mai 2005 Utrecht|
[4] Mezger J: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre; Haug Verlag 1977|
[5] Allen HC: Keynotes and characteristics with comparsions of some of the leading remedies; indian reprint|
[6] Kent JT: lectures on homoeopathic materia medica; Chikago 1911; indian reprint 1975|
[7] Clarke JH; Vint P: der neue Clarke Band 8; Dr. Grohmann Gmbh 1994|
[8] Morrison R: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome; Kai kröger Verlag; Groß Wittensee 2. Auflage 1997|
[9] Vithoulkas: Materia medica viva, Band 2; Burgdorf Verlag 1992|
[11] Choudhuri: A study on materia medica and repertory; Jain Publisher reprint; Culcutta 1929|
|