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INFORMATIONEN ZU HOMOEOPATHY UND NATURHEILKUNDE
und
naturheilkundlich unterstützender Krebstherapie

von Dr. med. Johann Josef Kleber

Praxis  http://praxis-dr-kleber.de

 

 

CURCUMIN
von JJ Kleber


BESCHAFFENHEIT: die Reinsubstanz Curcumin ist chemisch ein Polyphenol (in Pflanzen Gruppe der Bioflavonoide) und verleiht der zur Ingwerfamilie gehörenden Curcuma oblonga oder asiatischen Gelbwurz (und der indischen Curry-Gewürzmischung) die gelbe Farbe; Synonyme sind indischer Safran, engl. tumeric oder  yellow ginger, chin. Jiang Huang; nicht zu verwechseln mit der kanadischen Gelbwurz (besser orange root) Hydrastis canadensis aus der Familie der Ranunculaceae; beide Pflanzen werden in Englisch golden seal und auch tumeric benannt. Das indische Gewürz „Curry“ ist eine Mischung aus verschiedenen Gewürzen, wobei aber die pulverisierte Curcuma oblonga Wurzel ein Hauptbestandteil ist. [4, 9]
Die Wurzel von Curcuma oblonga enthält 0,3-4,8% Curcumin und 4,5-6% der ätherischen Öle Turmeron und Zingiberen [2]
WIRKUNG: Curcumin werden vielfache antikarzinomatöse Wirkungen zugeschrieben; es zeigt antiproliverative, Apoptose induzierende und  die Metastasierung hemmende Eigenschaften; es wirkt durch Hemmung von zellständigen Wachstumsrezeptoren (u.a. nebenwirkungsfreier Tyrosinkinasehemmer), durch Einfluß auf Zytokine,  durch Reaktivierung apoptoseinduzierender Zellenzyme und  zusätzlich über die Mitochondrien;  außerdem reaktiviert Curcumin die durch Tumorproteine gehemmte NK-Zellaktivität und  vermindert die Anzahl von Chromatiden-Brüchen in Zellen (u.a. ein Schutz gesunder Zellen vor Gammastrahlen) [1, 6, 7, 8]. Möglicherweise wirken viele der vor allem in Pflanzenschalen enthaltenen Polyphenole gleichermaßen karzinoprotektiv durch Induktion von antioxidativen Enzymen und Induzierung der Apoptose, durch Schutzwirkung auf die Mitochondrien und positive Effekte bei der Entgiftung (Hemmung Phase I und Induktion Phase II). [8]
Außer den oben genannten antikarzinomatösen Eigenschaften wirkt Curcumin antientzündlich, antioxidativ, hemmt die Gefäßneubildung und die Zellteilung auch im gesunden Gewebe; es wird teilweise empfohlen gegen  entzündliche Erkrankungen, bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und / oder Gallefunktionsstörungen, teils auch wegen seiner antioxidativen Eigenschaften bei Morbus Alzheimer. Pharmakologisch wurde bei Bereitungen aus der Curcuminwurzel in Tierversuchen gefunden eine Hemmung der Plättchenaggregation, fibrinolytische Aktivität, cholagoge und choloretische Effekte, antientzündliche Eigenschaften, und Induktion von Abort. [1, 2]
Curcumin wird schlecht resorbiert, deshalb wird in manchen Zubereitungsformen zur Resorptionsverbesserung Pfeffer zugegeben, oder neuerdings gibt es Curcumin in Nano-Partikel-Größe.
TOXIZITÄT: bei Patienten wurden ohne Toxizität 1-6 g/d des Curcuma oblonga Rhizom-Pulvers oder eines Dekoktes aus dieser Menge Pulver gut vertragen, bis auf vereinzelt milde Magen-Darmreizung;  im Tierversuch ist Curcumin abortiv wirksam, deshalb gilt Schwangerschaft als Kontraindikation für die Gabe von Curcumin [2,3]

DOSIS: als sicher ungefährliche Menge sollte Curcumin mit seinen für die Gesundheit wichtigen Eigenschaften häufig als Gewürz durch Verwendung von indischem Curry-Gewürz angewandt werden.
Anwendung als Arznei soll immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
handelsübliche Präparate werden meist angeboten als Curcumapulver, mit der Dosisempfehlung bis zu 3 mal täglich 400-600 mg Curcumin.
in der chinesischen Medizin  gilt als indizierte Dosis Decoct aus (3)-5-(10) g Wurzel-Droge [2, 3]; im Buch Onkologie integrativ von Pfeifer et al. werden 2-3g empfohlen [6]; chemisch reines Curcumin gilt als sicher bis 100 mg /d [7].

LITERATUR
1. Aggarwal B et al.: Anticancer Potencial of Curcumin: Prelclinical and Clinical Studies; Review; Anticancer Research 23: 363-398; 2003
2. Chang HM; But PPH: Pharmacology and applications of chinese materia medica vol. 2; World Scientific Publishing Singapore 1987
3. Hempen CH; Fischer T: Leitfaden chinesische Phytotherapie; Urban und Fischer 2001
4.Klasco R.K. .(Hrsg.): POISINDEX® System. Thomson MICROMEDEX, Greenwood Village, Colorado (Edition 2002-2004); Lapacho und Hydrochinon, Chinon-Intoxikation
5. Landenberger M: Krebs- eine mitochondriale Erkrankung? Biologisch-physiologische Grundlagen- Eine aktuelle Übersicht moderner naturheilkundlicher Therapieregimes mit praktischen Anleitungen;  Lehrbuch in Vorbereitung vorraussichtlich 2008
6  2.Pfeifer B., Preiß J., Unger C.: Onkologie integrativ. Elsevier Urban & Fischer, München 2006
7. Skulachev V, Choudhuri T, et al: Curcumin induces apoptosis in human breast cancer cells through p53-dependent Bax induction; FEBS Letters 512  334-340; 2002
8. Zhang HG et al: Curcumin reverses breast tumor exosomes mediated immune suppression of NK cell tumor toxicity; BBA Molecular Cell Research; Vol 1773, issue 7, 1116-1123; July 2007
9.Wikipedia: zu Resveratrol; Curcumin; http:/www.wikipedia.org/